Echte Freunde sind besser! – 4-stündiger Workshop der dritten Klassen mit Herrn Seidl vom Gesundheitsamt
„Wer hat gestern irgendetwas gespielt?“, fragte Herr Seidl die Schulkinder. „Der steht auf und tauscht seinen Platz!“
Viele Kinder wechselten die Stühle und erzählten vom Lego bauen, Uno und Schach, von Brett- und Kartenspielen…
Auf die Frage, wer spielt denn ab und zu Computerspiele hoben einige zögerlich die Hände. Nur an manchen Tagen sei es erlaubt und auch dann nur 30 Minuten. Einige „zocken“ gar nicht, sondern spielen am liebsten draußen.
Bei Jugendlichen sieht die Sache aber ganz anders aus, weiß Herr Seidl, und deshalb hat er diesen Workshop entwickelt. Um die Kinder vorzuwarnen. Spielsucht ist eine Krankheit. Spielsucht macht Kinder einsam, unbeweglich, krank!
Der Workshop beginnt natürlich mit einem Spiel: „Die Reise nach Jerusalem – rückwärts“. Hier geht es um Miteinander Spaß haben, aber auch um besonnenes und achtsames Handeln, um Helfen und Nachgeben. Die Stühle werden immer weniger, aber kein Jerusalem-Wanderer darf mit den Füßen auf den Boden kommen. Das erfordert Geschick. Und toll ist das Gefühl, die Aufgabe GEMEINSAM geschafft zu haben.
Jetzt zeigte Herr Seidl Computerspiele. Mal schauen, ob die auch so gut für Kinder sind. Es geht ja schließlich um Tiere pflegen, kämpfen, bauen… All das interessiert doch Kinder!
Schnell wird aber klar: Hier werden ja nur ganz wenige Sinne angesprochen. Eigentlich nur das Sehen … immer auf die gleiche Stelle. Und das Tasten … immer nur auf Knöpfe oder Schalter. Kein Gras riechen, kein Tiere spüren, kein Sehen, wo die Mitspieler sind, kein Hören, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt
Und dann erzählt Herr Seidl Geschichten. Von dem 9-jährigen Mädchen, das auf einer Plattform einem 15-jährigen schreibt, ihn immer besser kennenlernt und schließlich ein Treffen mit ihm ausmacht. Wie gut, dass die Eltern das Ganze beobachtet hatten. Der junge Mann war im echten Leben nämlich 50 Jahre alt und wollte sich mit dem Kind in Wien treffen…
Oder die Geschichte von einem jungen Mann aus Korea, der in einer Spielehalle untern vielen anderen Menschen 3 Tage und 3 Nächte durchgezockt hatte und vor Erschöpfung von seinem Stuhl fiel. Keiner hat ihm geholfen, weil alle nur auf den Bildschirm gestarrt hatten. Alle waren süchtig nach ihrem Spiel.
Mit diesen digitalen Spielen verdienen Firmen Geld. Enorm viel Geld. Deshalb beobachten sie die Spieler ganz genau, wissen genau, wie und womit sie Menschen anlocken können, wie sie Kinder und Jugendliche aus ihrer echten Welt „entführen“ können.
„Spielt draußen! Spielt miteinander! Geht in Sportvereine“! Das will Herr Seidl den Kindern vermittelt. „Fallt nicht auf Computerspiele rein! Die ECHTE WELT macht Spaß!“
4 Stunden dauerte der Workshop. Keine Sekunde davon war langatmig. 4 Stunden lang waren die Kinder konzentriert, interessiert und begeistert. Sie spielten analog mit Freude und wurden eindringlich vor den Gefahren der digitalen Spiele gewarnt.
Vielen Dank, Herr Seidl! Mögen unsere Kinder vor der Spielsucht geschützt werden!!



